Die Basis für den Erfolg des Studienangebots Technical Content Creation ist eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen. Es gibt verschiedene Modelle, wie die Kooperationen aussehen können. In Unternehmensprojekten lernen die Studierenden anhand von realen Anwendungsszenarien, wie sie ihr erlerntes Wissen in die Praxis umsetzen können. Durch Exkursionen zu Dienstleistern aus der Technischen Dokumentation oder zu betriebsinternen Dokumentationsabteilungen können die angehenden Redakteure einen ersten Eindruck von ihrer späteren Tätigkeit gewinnen. Ebenfalls beliebt sind regelmäßige Vorlesungen von externen Dozenten, die Wissen aus Spezialgebieten wie Digitalfotografie, Übersetzungsmanagement oder Single Source Publishing vermitteln. Ein Highlight, speziell für die Studierenden aus dem vierten Semester, sind Expertenbesuche im Rahmen der Vorlesung Redaktionssysteme.

Auch dieses Semester stellten auf Einladung des Studienangebots Technical Content Creation vier Unternehmen in Live-Demos Redaktionssysteme vor, die sie selbst einsetzen, entwickeln oder vertreiben. An vier Terminen im März und April 2019 begrüßte das Studienangebot Hans-Christof Schäfer von der Schuler AG, Matthias Gutknecht von der STAR AG, Andreas Friedrich und Aaron Matthiesen von der KGU-Consulting GmbH sowie Peter Behnke von der pgx software solutions GmbH.

Wie künstliche Intelligenz in der Technischen Dokumentation zum Einsatz kommt, präsentierte Matthias Gutknecht von der Star AG im ersten Vortrag. In Form eines semantischen Informationsmanagements werden Daten entlang von Produktfamilienhierarchien vererbt, Zeitwerte und Qualifikationen optimal gemanagt und eine digitale Durchgängigkeit gewährleistet. Gutknecht machte die Studierenden darauf aufmerksam, dass maschinelles Lernen in der Arbeitsassistenz bei Fehlerdiagnosen und Smart Services immer wichtiger wird. Einfaches Content Delivery bezogen auf die Zielgruppe und den Kontext reiche nicht mehr aus.

Im zweiten Vortrag erklärte Hans-Christof Schäfer, wie er und seine Kollegen das Redaktionssystem Schema ST4 in ihr Unternehmen eingeführt haben. Der Schulerkonzern mit Sitz in Göppingen stellt neben Pressen auch Werkzeuge und Automatisierungslösungen her. In seinem Erfahrungsbericht sensibilisierte Schäfer die Studierenden für neue Möglichkeiten des Wissensmanagements mithilfe von Redaktionssystemen. Weiterhin verdeutlichte er, wie positiv sich die Qualität der Dokumentation durch die Einführung eines Content Management Systems bei Schuler verbessert hat.

Dass das Product-Lifecycle-Management-System Teamcenter eine optimale Basis für ein Redaktionssystem bietet, zeigten Andreas Friedrich und Aaron Matthiesen von der KGU-Consulting GmbH. In Kooperation mit der Siemens AG vertreibt KGU-Consulting das Redaktionssystem TechPub Studio®. Die modularisierte Software überwindet mithilfe von Teamcenter Informationslücken zwischen einzelnen Abteilungen. Laut Friedrich entwickelt sich die Zukunft immer mehr zu einem stücklistengesteuerten Dokumentieren. Mit Add-ons für ihr System lassen sich schon heute interaktive Inhalte erstellen, die für Virtual- oder Augmented-Reality-Anwendungen eingesetzt werden können.

Peter Behnke (siehe Bild) von der pgx software solutions GmbH hinterfragte zu Beginn des vierten und letzten Vortrags, wie sich verschiedene Content Management Systeme voneinander unterscheiden und nach welchen Kriterien man ein Redaktionssystem auswählen sollte. Dabei spielen die Definition von Use Cases und eine Testphase der Software eine entscheidende Rolle. Anhand einer ausführlichen Live-Demo führte Behnke vor, welche Möglichkeiten das Redaktionssystem Bloxedia den Nutzern bietet. Die Studierenden erlebten am Beispiel von fiktiven Dokumentations- und Übersetzungsprozessen, wie man Projekte, Handlungsanweisungen, Warnhinweise, Layouts und Publikationen anlegt.

Durch die praxisnahen Vorträge lernten die Studierenden Unterschiede, Vor- und Nachteile sowie Anwendungsmöglichkeiten von Redaktionssystemen kennen. Die Vorlesungen der Experten boten aber auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, um erste Kontakte mit potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen.

 

 

Bild: © Hochschule Aalen | Samuel Hanafi